Mikro- statt Monopolmärkte statt Flatrate (These 10)

Uploadende Onliner können Händler werden, wenn sie wollen. Sie können untereinander Mikromärkte erschaffen, um sich darüber gegenseitig für ihre Leistungen zu entlohnen. Das kann jenseits der Plattformen und der Kontrolle großer Onlinekonzerne/Onlinemakler erfolgen, die als verteuernde Profiteure (Provisionsverdiener) auftreten. Preise oder Nullpreise für die begrenzte oder unbegrenzte Rechteübertragung sind direkt zwischen Up- und Downloader verhandelbar: Die Technologien, um Mikromärkte einzurichten (Plattformen, Paymentsysteme), gibt es längst. Wem  das Selberhandeltreiben seiner digitalen Güter zu umständlich ist, kann aber seine Güter auch verschenken oder kann mit Plattformbetreibern (iTunes Store, Amazon, GettyImages oder Spezialanbietern) zusammenarbeiten. Der Vorteil ist, diese Unternehmen übernehmen die Abwicklung gegen Kosten. Wichtig für Produzenten geistiger Güter ist es, ihre Distributionsoptionen inkl. der Vor- und Nachteile zu kennen und bewusst eine davon (oder mehrere parallel) wahrzunehmen. Wichtig ist es auch, faire Shares auszuhandeln.

Flatratemodelle sind schwer implementierbar, und sie egalisieren jedes Contentgut, statt es als Individualgut aufzufassen (das unterschiedliche Kunden und Preise kennen darf). Außerdem können Pauschalzahlungen pro User so hoch gar nicht sein, dass all die Uploader, die wollten, tatsächlich vom Flatratemodell profitieren könnten. Jeder Nutzer müsste eine Unsumme pro Monat in den Flatratetopf zahlen. Es sei denn, man schaffte verschiedene Töpfe, einen für klassische Musik, einen für Fotos von Mallorca, einen für künstlerische Kurzfilme etc., und ließe die Nutzer auswählen, in welche Töpfe sie einzahlen wollen. Fraglich ist bei einem oder vielen Töpfen, wer wie regelt, wann wieviel aus dem Topf wer erhalten sollte. Kein Wunder, dass noch keiner eine Idee dazu hat. Auch Flatratebefürworter wissen nicht, wie  ein Flatratemodell aussehen könnte, das alle Urheber von allen (oder nur nichtkommerziellen oder nur qualitätsvollen ?!?) Inhalten zufriedenstellte. Es gibt dazu 16 offene Fragen zur Flatrate, die der Börsenverein des Deutschen Buchhandels Ende Juli 2009 sinnvollerweise stellt – und viele mehr.