Gratis hat seinen Preis (These 4)

Im Gegenzug für ihre Umsonstangebote im Web speichern kommerzielle Onlineunternehmer die Suchhistorien und Datenprofile ihrer Homepagebesucher. Sie sammeln, analysieren und synthetisieren sie, um damit Werbekunden anzuwerben, Datenhandelsgeschäfte zu treiben oder sie an Dritte mit sonstigen Interessen weiterzugeben. Die Nutzer zahlen also doch Preise, wenn sie gratis Webleistungen beziehen: sie zahlen mit der Preisgabe ihrer persönlichen Daten.

2 thoughts on “Gratis hat seinen Preis (These 4)

  1. @Gustav (oder wie immer der Name des Anonymen lautet)

    -Im wertfrei formulierten Transaktionenmodell (http://www.yeseconomy.net/?attachment_id=1170) aus meinem Buch, fasse ich zusammen, was im Netz neben Gütern und Geld sonst noch hin und her transferiert wird, darunter auch Userdaten.
    -Im Falle „legitimer Marktforschung“ wird Userverhalten analysiert und werden Inhalte daraufhin optimiert, um -in Schritt 1- mehr User auf die eigenen Seiten zu ziehen/mehr traffic zu generieren, um -in Schritt 2- mehr Werbekunden anzuziehen. So ergibt sich der Zusammenhang. Darüber hinaus werden (s. These) Userdaten auch anders verwendet.
    -Ich bin nicht gegen Gratisangebote, ohne die wäre Einiges im Netz und außerhalb dessen nie entstanden: es sollte denen, die von (hochwertiger) Contentproduktion heute und übermorgen leben wollen (etwa weil sie Journalisten, Künstler etc. sind), die Chance gegeben werden, online Einnahmequellen zu finden. Finden sie diese im Netz nicht, werden sie nichts mehr oder schlechte Qualität liefern, und sie müssen sich offline verdingen. Doch werden Offlinemedien (TV, Verlage, Radio) künftig weniger für Contenthersteller bezahlen oder deren Jobs streichen. Doch Anbieter, die über Onlineangebote Geld verdienen wollen/müssen, sollten gute Angebote und gute Argumente liefern, damit User zahlen. User werden nur dann die Content-(Kosten)-Entstehungszusammenhänge begreifen und sich auch in eigenem Interesse (Überleben ihrer Lieblingsanbieter) für das Bezahlen bestimmter Angebote entscheiden. So müssten Games teurer werden, damit sie besser, also den Spieleranforderungen entsprechend, entwickelt werden können. (sagt Chris Deering, Chairman beim Edinburgh Interactive Festival, ehemaliger Präsident von Sony Computer Entertainment Europe: http://www.pspblogger.de/2009/07/30/chris-deering-spiele-mussten-uber-80-euro-kosten-5678.html)

  2. Jeder erfolgreiche Onlineunternehmer egal ob werbefinanziert oder über ein bestimmtes Zahlkonzept wird solche Daten sammeln, der Grund hierfür ist nicht dass das Angebot vermeintlich gratis ist (werbefinanziert), sondern das der Unternehmer legitime Marktforschung betreibt um ggf. sein Angebot zu verbessern. Es gibt hier keinerlei Zusammenhang zwischen einem werbefinanziertem Angebot und der Erfassung personenbezogener Daten.

    Wie können Sie es mit sich vereinbaren, Ihre Gedanken kostenlos anzubieten? Wieso bieten Sie Ihre Gedanken auf diesem Blog kostenlos an, obwohl Sie doch gegen genau diese Vorgehensweise sind?

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