Macht durch Marke (These 8)

Umsatzstarke Onlineplayer investieren in Markenbildung. Sie sorgen dafür, dass ihre Marken bekannt werden und sich leicht finden lassen. Sie wissen, dass Nutzer sich bei zunehmendem Datenwust eher an den bekannten, großen Webmarken orienteren, als das Netz nach Kleinanbietern oder Webneulingen zu durchforsten. Die (nur wenigen) starken Marken im Netz dienen Nutzern als bewährte Wegweiser, als Filter und Qualitätsgaranten.

One thought on “Macht durch Marke (These 8)

  1. Mir scheint es fast so als könnte man hier mehrere Thesen zusammenfassen, die doch eigentlich sowas wie den digitalen „neoliberalismus“ kritisieren. Immer wieder geht der Fokus auf die Gefahr, dass sich Monopole herausbilden, die dann die neuen Regeln im Netz bestimmen.

    Das ist aber nicht das einzige Bild, dass ich unpassend finde. Man kann auch nicht von „Datenwust“ sprechen all diese Vergleiche hantieren mit Variablen, die es doch so im virtuellen Raum gar nicht gibt. Zunächst einmal ist der virtuelle Raum unendlich, das heißt es können sich immer wieder neue „Machtzentren“ bilden, die Kontinentalplatten verschieben sich ständig und neue Kontinente werden geboren, die Peripherie verschiebt sich.

    Die fundamentalen Konzepte des Internets sind doch gerade horizontale an Stell vertikaler Hierachien, Redundanz, Vervielfältigung und Selbstorganisation. Derzeit sind die begrenzten Ressourcen am ehesten Bandbreiten und der damit verbundene Druck auf Provider in diese zu investieren. Die Kreativität, die Experementier- und Entdeckerlust der „Macher“ in Netz dagegen ist unerschöpflich.

    Die Markenmacher bezahlen meist viel Geld für die die vielfältigen Konzepte und Produkte die dabei entstehen, das macht Sinn und schafft Anreize für den Untergrund Mainstream zu werden.

    Konsumente wird außerdem auch die völlige Inkompetenz unterstellt sich selbst den Weg durch das Internet zu bahnen. Die Tatsache, dass die Macht der Markenbildung immer mehr von der „Konzernspitze“ zu den Konsumenten wandert wird auch völlig ignoriert. Hier findet bei den big playern derzeit ein langsames Umdenken statt.

    Kriterien des Diesseits auf auf virtuelle Ökonomien anzuwenden ist doch der klassische Wiederholungsfehler vieler Wirtschaftstheoretiker.

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