Im Netz muss eine Yes Economy entstehen (These 1)

If you are good at something, never do it for free.
Joker im Film “Dark Knight”, USA 2008

In ihrem eigenen (langfristigen) Interesse sollten alle Nutzer dafür sorgen, dass im WWW ein fairer Markt auch für immaterielle Leistungen entsteht.

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User Generated Markets (These 2)

YES ECONOMY ist die Onlinewirtschaft, in der die Nutzer die Märkte im WWW, über die sie weltweit Handel treiben, selbst gestalten. YES ECONOMY steht für „user generated markets“.

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Vielfalt statt Einfalt (These 3)

YES ECONOMY ist die Chance, Märkte mit einer Angebotsvielfalt im WWW zu schaffen, an denen Nutzer zu fairen Konditionen als Konsumenten, Produzenten oder Händler teilnehmen können.

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Onlinekompetenz (These 4)

In einer YES ECONOMY sind Nutzer webtechnisch, -rechtlich und -wirtschaftlich versiert. Sie sind onlinekompetent und setzen ihre Kompetenz bewusst und zu ökonomischen Zwecken ein. Die Onlinetechnologien und Anwendungen werden kooperativ weiterentwickelt, sind nutzerfreundlich, einfach bedienbar und individualisierbar.

Smarte Pronliner (These 5)

In einer YES ECONOMY sinkt die Zahl rein konsumierender Nutzer. Hier treten Nutzer zunehmend als aktive Onliner auf, als Pronliner, die eigene Leistungen online stellen, auch um damit Handel zu treiben. Schon jetzt gibt es Personen, die über das Web ihren Lebensunterhalt finanzieren (etwa als eBay-Händler, über Paid Content, Onlineberatung, Webseitenhandel oder Onlinewerbeinstrumente). Sie nutzen das WWW als weltweite Handlungs- und Handelsfläche.

Respektsbekundung (These 6)

Digitale Infrastrukturen und Inhalte wie Texte, Töne, Bilder, Bewegtbilder und Games haben in einer YES ECONOMY für Nutzer einen Wert. Den Respekt vor immateriellen Werten im Netz äußern Nutzer, indem sie Urheberrechte und Handelsregeln beachten, wenn sie diese in Anspruch nehmen.

Wert(manchmal)=Preis (These 7)

Nutzer wissen, wer die Urheber digitaler Leistungen sind und respektieren deren Rechte. Sie erweisen Urhebern Respekt, indem sie für deren Leistungen zahlen oder diese sonstwie honorieren, wenn Urheber das einfordern.

Nutzer als Motivatoren (These 8)

Pronliner, produzierende Onliner, stellen interessante, innovative Qualitätsgüter ins Netz. Von diesen Gütern können alle profitieren. Und wenn auch die Pronliner selbst von ihren Uploads und Postings profitieren wollen, etwa durch positive Kommentare oder Geldeinheiten, sollten Nutzer solchen Wünschen nachkommen, allein schon um ihre Lieblingspronliner zu weiteren hochwertigen Kreationen zu motivieren.

Nachhaltig nutzen (These 9)

Konsumierende Nutzer wählen gezielt und strategisch aus, von wem sie welche Online-Leistungen beziehen. Bewusste und onlinekompetente Nutzer beschaffen sich ihre Leistungen (gegen Vergütung) von den Anbietern, die sie langfristig stärken wollen, um auch künftig von deren Angeboten zu profitieren. Sie konsumieren nicht immer nur bei (Marken-)Anbietern, die Monopole im Web aufbauen. So tragen sie zur Nachhaltigkeit im Netz bei und fördern Vielfalt.

Mikro- statt Monopolmärkte statt Flatrate (These 10)

Uploadende Onliner können Händler werden, wenn sie wollen. Sie können untereinander Mikromärkte erschaffen, um sich darüber gegenseitig für ihre Leistungen zu entlohnen. Das kann jenseits der Plattformen und der Kontrolle großer Onlinekonzerne/Onlinemakler erfolgen, die als verteuernde Profiteure (Provisionsverdiener) auftreten. Preise oder Nullpreise für die begrenzte oder unbegrenzte Rechteübertragung sind direkt zwischen Up- und Downloader verhandelbar: Die Technologien, um Mikromärkte einzurichten (Plattformen, Paymentsysteme), gibt es längst. Wem  das Selberhandeltreiben seiner digitalen Güter zu umständlich ist, kann aber seine Güter auch verschenken oder kann mit Plattformbetreibern (iTunes Store, Amazon, GettyImages oder Spezialanbietern) zusammenarbeiten. Der Vorteil ist, diese Unternehmen übernehmen die Abwicklung gegen Kosten. Wichtig für Produzenten geistiger Güter ist es, ihre Distributionsoptionen inkl. der Vor- und Nachteile zu kennen und bewusst eine davon (oder mehrere parallel) wahrzunehmen. Wichtig ist es auch, faire Shares auszuhandeln.

Flatratemodelle sind schwer implementierbar, und sie egalisieren jedes Contentgut, statt es als Individualgut aufzufassen (das unterschiedliche Kunden und Preise kennen darf). Außerdem können Pauschalzahlungen pro User so hoch gar nicht sein, dass all die Uploader, die wollten, tatsächlich vom Flatratemodell profitieren könnten. Jeder Nutzer müsste eine Unsumme pro Monat in den Flatratetopf zahlen. Es sei denn, man schaffte verschiedene Töpfe, einen für klassische Musik, einen für Fotos von Mallorca, einen für künstlerische Kurzfilme etc., und ließe die Nutzer auswählen, in welche Töpfe sie einzahlen wollen. Fraglich ist bei einem oder vielen Töpfen, wer wie regelt, wann wieviel aus dem Topf wer erhalten sollte. Kein Wunder, dass noch keiner eine Idee dazu hat. Auch Flatratebefürworter wissen nicht, wie  ein Flatratemodell aussehen könnte, das alle Urheber von allen (oder nur nichtkommerziellen oder nur qualitätsvollen ?!?) Inhalten zufriedenstellte. Es gibt dazu 16 offene Fragen zur Flatrate, die der Börsenverein des Deutschen Buchhandels Ende Juli 2009 sinnvollerweise stellt – und viele mehr.

Markt als Tugend (These 13)

Nutzer aus aller Welt werden dazu motiviert und vertrauen darauf, im Netz mit ihren Leistungen fairen Handel treiben zu können…

  1. So schaffen sie individuelle, originelle Geschäftsmodelle.
  2. Der Handel im Netz eröffnet neue Erlösquellen.
  3. Der Handel im Netz befördert Kommunikation.
  4. Der Handel im Netz fördert Kreativität und Innovation.

Nutzermarkt (These 14)

Die Nutzer bestimmen durch ihre Art des Umgangs mit Webleistungen selbst, was Qualität bedeutet und welche Leistungen in Zukunft noch im Web bereitgestellt werden sollen und welche nicht. Das Web wird mehr ein Nachfrager- oder Nutzermarkt als ein Anbietermarkt, sobald Nutzer mit Onlineleistungen bewußt umgehen. Dazu gehört auch, die Lieferanten zu respektieren und sie gegebenenfalls zu honorieren.

Individuell, gemeinsam, offen (These 15)

Nichts geht in einer YES ECONOMY ohne die Nutzer/Anwender/Konsumenten. Sie bestimmern nicht länger bloß die Konsum- sondern zunehmend auch die Produktions- und Distributionsprozesse. Open Innovation, Mass Customization und Crowdsourcing prägen das WWW von heute und der Zukunft, weshalb Unternehmen/Onlineunternehmen/Onlineanbieter ihre Strukturen mehr und mehr für (onlinekompetente) Nutzer und Pronliner mit eigenen Geschäftsmodellen öffnen müssen. Nutzer und Anbieter werden künftig zu Partnern, wenn sie nicht schon, wie die Pronliner, beides in Userunion sind.

Berlinkaraoke ©gs