Micropayments beim „Wall Street Journal“

Das Wall Street Journal wird noch in diesem Jahr damit beginnen, Gebühren für einen Teil des Angebots der eigenen Webseite einzuheben. Wie Robert Thomson, Managing Editor der US-Finanztageszeitung, gegenüber der Financial Times erklärte, soll im Herbst 2009 ein „ausgeklügeltes Micropayment-System“ eingeführt werden, das den Nutzern gegen einen kleinen Geldbetrag Zugang zu einzelnen Artikeln verschaffen soll.

„Es steht noch nicht genau fest, wie diese Preise für einzelne Beiträge aussehen werden“, erklärte Thomson. Ihre Höhe werde aber „angemessen und gerecht“ sein. Die aktuelle Ankündigung ist ein wichtiger Schritt für die angeschlagene US-Nachrichtenbranche. Setzt das Wall Street Journal seine Pläne in die Tat um, wäre sie die erste größere Tageszeitung in den Vereinigten Staaten, die auf ein derartiges Bezahlmodell für Online-Inhalte setzt.
Das WSJ gehört zu den wenigen Zeitungstiteln der USA, die ihre Inhalte im Internet schon heute fast ausschließlich kostenpflichtig verbreitet. Laut WSJ-Managing-Editor Thomson stelle das geplante Micropayment-Modell dabei eine sinnvolle Ergänzung zum bestehenden Abonnement-System der Tageszeitung dar. „Die Micropayments sind vor allem für Gelegenheitsleser gedacht, die nicht bereit sind, mehr als 100 Dollar für ein Jahres-Abonnement auszugeben“, sagte der WSJ-Managing-Editor.

Für Rupert Murdoch, Mehrheitseigentümer des Medienkonzerns News Corporation, der das Finanzblatt im August 2007 übernommen hat, ist Bezahl-Content der einzige Weg, um die Nachrichtenbranche aus der gegenwärtigen Misere zu lotsen. „Die Konsumenten werden Nachrichten in Zukunft nicht mehr kostenlos abrufen können“, hatte Murdoch Anfang April erklärt.

Quelle: mediadb.eu

One thought on “Micropayments beim „Wall Street Journal“

  1. Meines Erachtens hat sich die Nachrichtenbranche selbst in diese Situation gebracht. Ursprünglich die Netzpräsenz als lukrative Werbefläche und für sich selbst, scheinen Sie jetzt von den gerufenen Geistern nicht mehr los zu kommen.
    Natürlich stellt sich die Frage, inwieweit Druckwaren weiterhin zukunftsfähig sind, vor allem im Bereich der Tagespresse, deren grösstes Gut, die Aktualität, bereits beim morgendlichen Kauf am Kiosk oftmals überholt zu sein scheint.

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