Starke Beziehungen – schwer zu finden

Netzwerke der Macht bieten mannigfaltige Ansätze zur Recherche. In ihrem Buch „Cliquenwirtschaft – Die Macht der Netzwerke“ vergleicht die Wirtschaftswissenschaftlerin Gisela Schmalz vier globale Netzwerke: Goldman Sachs, die katholische Kirche, Google und die Mafia.

Während „weak ties“, schwache soziale Beziehungen, in Onlinenetzwerken leicht zu finden und nachzuvollziehen sind, lassen sich die relevanten „strong ties“, die starken Verbindungen z. B. zwischen gesellschaftsschädigenden Cliquenwirtschaftlern, nur finden, wenn man sich in solche Cliquen hinein oder ganz in deren Nähe begibt – … und darüber berichtet, ohne sich dabei korrumpieren zu lassen.

„Strong ties“ sind kaum oder gar nicht über Daten und Datenjournalismus aufspürbar, so Gisela Schmalz. Bei der Jahreskonferenz 2015 der Journalistenvereinigung Netzwerk Recherche am 3. Juli in Hamburg stellte Gisela Schmalz die zentralen Thesen ihres Buches vor und diskutierte darüber mit Investigativ- und Datenjournalisten.

Stream hier.

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Marco Maas, Julian Schmidli, Petra Sorge (Moderation), Prof. Dr. Gisela Schmalz, Frederik Obermaier

Netzwerke der Macht

Die Wirtschaftswissenschaftlerin Gisela Schmalz vergleicht in ihrem Buch „Cliquenwirtschaft – Die Macht der Netzwerke“ vier globale Netzwerke: Goldman Sachs, die katholische Kirche, Google und die Mafia.

Diese Netzwerke der Macht bieten mannigfaltige Ansätze zur Recherche.

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Am 4. Juli 2015 bei der Jahreskonferenz von „netzwerk recherche“ beim NDR Fernsehen in Hamburg stellt Gisela Schmalz die zentralen Thesen ihres Buches vor.

Drei Journalisten berichten im Anschluss aus ihrem Arbeitsalltag und diskutieren mit der Moderatorin Petra Sorge (Cicero) und Gisela Schmalz die Notwendigkeit, solche Strukturen zu untersuchen und darüber zu berichten.

Veranstaltungstitel: Netzwerke der Macht – Wie Datenjournalismus den Schleier lüften kann

Unter Geeks

Am Wochenende besuchte ich die SIGINT, aka „Konferenz zu den Diskursen im digitalen Zeitalter, veranstaltet vom Chaos Computer Club“, und in der Woche die Weblinale 09, aka „the holistic webconference“. Die Impulse auf beiden Veranstaltungen fühlten sich tatsächlich holistischer an als auf anderen, z. B. (Medien)-Konferenzen,… und optimistischer, crazier, intelligenter, selbstkritischer, mutiger, weitsichtiger, offener, lustiger. Die Redner und Panelisten hier sind als Programmierer ja meist auch die Umsetzer ihrer Ideen. Sie kennen ihre virtuelle Welt und bewegen sich darin sicher, also vertraut man irgendwie. Die Gedanken ihrer Vorträge zum Ende der Privatheit im Netz, zu digitalen Drogen und 3D-Andoids, zu Hochzeiten zwischen Social Network- und Game-Welten, zu virtueller Politik, zu Onlinegeschäftsmodellen, zu Webcam basiertem Einloggen, zu Wikitubes, internetgesteuerten Kaffeemaschinen und Datenturbogeschwindigkeiten etc. etc. klangen daher trotz ihrer Abgehobenheit plausibel. Die Geeks wirkten, als setzten sie solche Ideen alsbald persönlich um, wenn es kein anderer macht, Ideen, die andere nicht denken wollen und nicht zu denken wagen. Erfrischend, hirnlüftend!