Im Netz herrscht eine No (go) Economy (These 1)

“We live in an amazing time! The world is getting flatter, the tail longer, and everything is free”, Blogger im Blog von Chris Anderson, 2008 (http://www.thelongtail.com/)

Stimmt eigentlich – doch wenn alle Webleistungen weiterhin vorwiegend gratis und illegal kursieren, wird das Webgeschehen nicht länger amazing/amusing bleiben. Wenn das Web nicht bald verlässliche Marktregeln kennenlernt, werden hier Oligopole oder Monopole bestimmen, was geht und nicht geht.

Dem Netzgeschehen fehlen die grundlegenden Rahmenbedingungen für einen Markt:

  • Preise für digitale Infrastrukturen und Inhalte
  • ein eindeutiges Eigentumsrecht
  • eine ausgewogene Wettbewerbssituation.

NO ECONOMY bezeichnet eine (Online-)wirtschaft, bei der genau diese Elemente einer Marktwirtschaft fehlen. Ohne Marktstrukturen und Preise wird das Netz der Zukunft von Qualitätsmängeln, Redundanz und unfairer ökonomischer Verteilung geprägt sein.

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Ohnmacht der Nutzer (These 15)

Eine NO ECONOMY, in der die Marktregeln (Preise, Eigentumsrecht, Wettbewerbsrecht) außer Kraft gesetzt sind, ist ungerecht, einseitig und langweilig. Sie richtet sich gegen die Nutzer und bevorteilt nur wenige Anbieter. Sobald die wenigen umsatzstarken Markenanbieter die Spielregeln und das Schicksal des WWW bestimmen, werden die Nutzer sich zu fügen haben. Ihr Widerstand wird passiv sein. Kreative Lieferanten von Software oder Content,  insbesondere Amateure, werden dem Netz fernbleiben und sich eher offline betätigen. Und Normalkonsumenten werden das Web nur noch zu  gezieltem Konsum statt zur Inspiration nutzen. Die Dynamik im Netz rührt nicht länger von den Nutzern her, sondern von den Anbietern mit kommerziellen oder sonstigen Interessen. Sie entwickeln das WWW dann in ihrem Sinne weiter.