US-Regierung arbeitet mit Google- und Microsoft-Strategen

Am 28.4.9 verkündet US-Präsident Barack Obama, dass unter den 20 Beratern seines President’s Council of Advisors on Science and Technology der Google-CEO Eric Schmidt und der Strategie-Leiter von Microsoft, Craig Mundie, seien. Schmidt hatte Obama im Wahlkampf 2008 beraten und galt zeitweise als Kandidat für die Stelle des Chief Technology Officers (CTO) der US-Regierung. Offenbar wollen Schmidt und Mundie sich ihre Unabhängigkeit bewahren und doppelgleisig fahren – für ihr Land und für ihre Konzerne.

Bürgerrechtler fordern in einem Brief an Obama eine Balance bei der Beraterbesetzung und sprechen sich gegen die Benennung von IT-Managern aus. Stimmen aus der US-Unterhaltungsindustrie zeugen davon, dass man mit der Postenvergabe hier zufrieden ist.

User Generated Markets (These 2)

YES ECONOMY ist die Onlinewirtschaft, in der die Nutzer die Märkte im WWW, über die sie weltweit Handel treiben, selbst gestalten. YES ECONOMY steht für „user generated markets“.

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Onlinekompetenz (These 4)

In einer YES ECONOMY sind Nutzer webtechnisch, -rechtlich und -wirtschaftlich versiert. Sie sind onlinekompetent und setzen ihre Kompetenz bewusst und zu ökonomischen Zwecken ein. Die Onlinetechnologien und Anwendungen werden kooperativ weiterentwickelt, sind nutzerfreundlich, einfach bedienbar und individualisierbar.

Smarte Pronliner (These 5)

In einer YES ECONOMY sinkt die Zahl rein konsumierender Nutzer. Hier treten Nutzer zunehmend als aktive Onliner auf, als Pronliner, die eigene Leistungen online stellen, auch um damit Handel zu treiben. Schon jetzt gibt es Personen, die über das Web ihren Lebensunterhalt finanzieren (etwa als eBay-Händler, über Paid Content, Onlineberatung, Webseitenhandel oder Onlinewerbeinstrumente). Sie nutzen das WWW als weltweite Handlungs- und Handelsfläche.

Respektsbekundung (These 6)

Digitale Infrastrukturen und Inhalte wie Texte, Töne, Bilder, Bewegtbilder und Games haben in einer YES ECONOMY für Nutzer einen Wert. Den Respekt vor immateriellen Werten im Netz äußern Nutzer, indem sie Urheberrechte und Handelsregeln beachten, wenn sie diese in Anspruch nehmen.

Im Netz herrscht eine No (go) Economy (These 1)

“We live in an amazing time! The world is getting flatter, the tail longer, and everything is free”, Blogger im Blog von Chris Anderson, 2008 (http://www.thelongtail.com/)

Stimmt eigentlich – doch wenn alle Webleistungen weiterhin vorwiegend gratis und illegal kursieren, wird das Webgeschehen nicht länger amazing/amusing bleiben. Wenn das Web nicht bald verlässliche Marktregeln kennenlernt, werden hier Oligopole oder Monopole bestimmen, was geht und nicht geht.

Dem Netzgeschehen fehlen die grundlegenden Rahmenbedingungen für einen Markt:

  • Preise für digitale Infrastrukturen und Inhalte
  • ein eindeutiges Eigentumsrecht
  • eine ausgewogene Wettbewerbssituation.

NO ECONOMY bezeichnet eine (Online-)wirtschaft, bei der genau diese Elemente einer Marktwirtschaft fehlen. Ohne Marktstrukturen und Preise wird das Netz der Zukunft von Qualitätsmängeln, Redundanz und unfairer ökonomischer Verteilung geprägt sein.

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Ausgeschenkt (These 13)

Wenn umsatzstarke Onlineunternehmen durch starke Marken, großzügige Gratisangebote und den Erwerb immer neuer Qualitätsleistungen eine bestimmte Macht im Web gewonnen haben, und wenn sie die Nutzer an ihre Infrastrukturdienste oder Inhalte gewöhnt oder diese über Geschenke und Nullpreise von ihnen abhängig gemacht haben (LockIn), können sie es sich als Monopolisten erlauben, nicht länger nur den Werbekunden, sondern auch den Endnutzern Preise für ihre Leistungen abzuverlangen. Nutzer, die die Leistungen (glauben zu) brauchen, werden bereitwillig an die Großunternehmer zahlen. Große Onlineplayer können in bessere, neuere und userfreundlichere Güter investieren als kleinere Player. Die Kleinen müssen weiterhin gratis liefern, um überhaupt wahrgenommen zu werden. Doch wie lange können die dann noch existieren?