Nutzer als Motivatoren (These 8)

Pronliner, produzierende Onliner, stellen interessante, innovative Qualitätsgüter ins Netz. Von diesen Gütern können alle profitieren. Und wenn auch die Pronliner selbst von ihren Uploads und Postings profitieren wollen, etwa durch positive Kommentare oder Geldeinheiten, sollten Nutzer solchen Wünschen nachkommen, allein schon um ihre Lieblingspronliner zu weiteren hochwertigen Kreationen zu motivieren.

Mikro- statt Monopolmärkte statt Flatrate (These 10)

Uploadende Onliner können Händler werden, wenn sie wollen. Sie können untereinander Mikromärkte erschaffen, um sich darüber gegenseitig für ihre Leistungen zu entlohnen. Das kann jenseits der Plattformen und der Kontrolle großer Onlinekonzerne/Onlinemakler erfolgen, die als verteuernde Profiteure (Provisionsverdiener) auftreten. Preise oder Nullpreise für die begrenzte oder unbegrenzte Rechteübertragung sind direkt zwischen Up- und Downloader verhandelbar: Die Technologien, um Mikromärkte einzurichten (Plattformen, Paymentsysteme), gibt es längst. Wem  das Selberhandeltreiben seiner digitalen Güter zu umständlich ist, kann aber seine Güter auch verschenken oder kann mit Plattformbetreibern (iTunes Store, Amazon, GettyImages oder Spezialanbietern) zusammenarbeiten. Der Vorteil ist, diese Unternehmen übernehmen die Abwicklung gegen Kosten. Wichtig für Produzenten geistiger Güter ist es, ihre Distributionsoptionen inkl. der Vor- und Nachteile zu kennen und bewusst eine davon (oder mehrere parallel) wahrzunehmen. Wichtig ist es auch, faire Shares auszuhandeln.

Flatratemodelle sind schwer implementierbar, und sie egalisieren jedes Contentgut, statt es als Individualgut aufzufassen (das unterschiedliche Kunden und Preise kennen darf). Außerdem können Pauschalzahlungen pro User so hoch gar nicht sein, dass all die Uploader, die wollten, tatsächlich vom Flatratemodell profitieren könnten. Jeder Nutzer müsste eine Unsumme pro Monat in den Flatratetopf zahlen. Es sei denn, man schaffte verschiedene Töpfe, einen für klassische Musik, einen für Fotos von Mallorca, einen für künstlerische Kurzfilme etc., und ließe die Nutzer auswählen, in welche Töpfe sie einzahlen wollen. Fraglich ist bei einem oder vielen Töpfen, wer wie regelt, wann wieviel aus dem Topf wer erhalten sollte. Kein Wunder, dass noch keiner eine Idee dazu hat. Auch Flatratebefürworter wissen nicht, wie  ein Flatratemodell aussehen könnte, das alle Urheber von allen (oder nur nichtkommerziellen oder nur qualitätsvollen ?!?) Inhalten zufriedenstellte. Es gibt dazu 16 offene Fragen zur Flatrate, die der Börsenverein des Deutschen Buchhandels Ende Juli 2009 sinnvollerweise stellt – und viele mehr.

Qualitätsmonopolisten (These 9)

Umsatzstarke Onlineplayer, oft zugleich Markenanbieter, können in Qualitätsleistungen investieren. Sie kaufen für er Nutzer wertvolle Dienste, Strukturen und Inhalte vom Markt auf und vertreiben sie gratis oder gegen Preise. Damit schwingen sie sich zu Garanten für die Qualität im WWW auf, die die Nutzer wünschen und die sie mit hoher Nachfrage/Traffic belohnen. Eine hohe Beliebtheit ihrer Angebote steigert die Markenmacht und Macht reicher Markenanbieter noch mehr und hält ihnen die Konkurrenz vom Hals.

Amateure statt Redakteure (These 12)

Immer mehr Amateure nutzen die Onlinetechnologien, um ihre Ergüsse von mal mehr, mal weniger hoher Qualität gratis ins Netz zu stellen. Selbst wenn usergenerierte Texte, Photos, Podcasts oder Filme mindere Qualität haben, vertreiben Contentprovider und andere Onlineanbieter sie über ihre Webseiten. So kommen so an Gratisinhalte und sparen die Zeit und das Geld, das es sie kosten würde, wenn sie Profi-Texter, -Photographen, -Journalisten etc. beauftragen würden. In der NO ECONOMY bedienen sich Anbieter, sobald das Kapital für Investitionen in Qualitätsgüter knapp wird, der gratisverfügbaren Werke von Amateuren.  Da diese frei verfügbar sind, werden sie immer wieder unverändert/unverbessert kopiert, ob sie fehlerhaft oder alt sind oder nicht. Denn Onlineanbieter brauchen Futter für ihre Homepages. Auf diese Weise gelangen immer mehr immaterielle Güter minderer Qualität ins Netz.

Einfalt statt Vielfalt (These 14)

© gscOnlineunternehmer ohne Kapitalzugang werden an Macht verlieren, weil sie nicht in Qualitätsinhalte und Markenwahrnehmung investieren können. User werden Schwierigkeiten haben, solche Anbieter zu finden und deren Leistung mit denen der reichen Konkurrenten vergleichen. In einer von Monopolanbietern dominierten NO ECONOMY wird die Vielfalt im Web schwinden.